Gimena

Eine Erfahrung - einzigartig, wie alle Erfahrungen

Bald sind drei Monate vorbei, seit ich in Deutschland bin. In Schwerin, einer sehr schönen und malerischen Stadt im Nordosten des Landes. Ich bin Kinesiologin und Physiotherapeutin aus Córdoba (Argentinien). Ich mache hier ein Praktikum und arbeite für Sozius, eine große Firma, die sich mit der Pflege von älteren Menschen beschäftigt und mir die Möglichkeit geboten hat, hier zu sein. Ich arbeite in einem der Häuser mit älteren Menschen, in denen man diesen die Pflege und Aufmerksamkeit gibt, die sie brauchen. Dieses ist nicht so, wie man sich ein Altersheim in Argentinien vorstellt. Es gibt hier alles von der Krankenstation bis zu Sozialarbeit. Meine berufliche Erfahrung besteht darin, dass ich zusammen mit Physiotherapeuten arbeite. Leider nur zweimal in der Woche. Die übrigen Tage arbeite ich in der Sozialstation zusammen mit Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und auch mit Praktikanten. Die Arbeit ist sehr angenehm. Zuerst war es schwierig für mich, eine Beziehung zu meinen Kollegen und Patienten aufzubauen, weil die Kommunikation nicht so gut klappte. Jeden Tag geht es ein bisschen besser. Vor meiner Reise machten wir einen Grundkurs in Argentinien (meiner Meinung nach etwas dürftig, aber gut organisiert) und hier machen wir ebenfalls einen Kurs, da es unabkömmlich ist, die Sprache zu können, um das Maximum aus dem zu holen, was wir hier erleben. Wie ich voher schon sagte, bin ich seit fast drei Monaten hier und ich kann behaupten, dass sich die Verständigung sehr gebessert hat.Jetzt beginnt der beste Abschnitt, die Zeit, in der man mehr Nutzen ziehen kann und mehr Erfahrungen sammelt.

Ich habe eine Gastfamilie; meine Gastmutter und mein Gastvater sind ausgezeichnete Menschen. Sie haben mir gegenüber viel Geduld, helfen mir die Sprache zu lernen und versuchen mir die Geschichte und die Kultur des Landes näherzubringen. Die Kultur ist ganz anders und manchmal auch unverständlich. Bei der Reise in ein anderes Land und einem Aufenthalt dort ist das Wichtigste, meiner Meinung nach, die Kultur und Geschichte kennenzulernen. Deutschland hat eine sehr schwierige Vergangenheit und eine sehr interessante. Ehrlich gesagt, fühlte ich mich dieser sehr fern. Aber nach und nach lerne und verstehe ich mehr und ich fühle mich als Teil seiner Geschichte. Ich glaube, das ist der Weg, sich zugehörig zu fühlen, sich der Geschichte bewusst werden und sich derer bewusst machen, damit die damaligen unsinnigen Taten nicht wieder geschehen.

Die Erfahrung ist wundervoll, eine enorme persönliche Bereicherung und ich bewundere viele Dinge, die ich in Europa kennengelernt habe. Aber ich schätze ebenso viele andere Dinge aus Südamerika und bin stolz darauf, wobei ich denke, dass ich eine Person bin, die keine politischen Grenzen kennt. Das überlasse ich den Landkarten, in denen die Grenzen der Länder eingezeichnet sind. Ich glaube, dass die beste Art der Wertschätzung dessen, was ich erhalten habe, darin besteht etwas von mir zurückzugeben. In der Form eines kulturellen Austausches, mit dem ich übermitteln kann, was ich denke und was ich fühle. Das ist das Wertvollste, was ich besitze.

Wenn Sie mich fragen, ob ich Heimweh habe. Ja klar. Aber Heimweh zu haben ist wunderbar und man genießt es. Man muss sich nur bewusst machen, dass man alle Stadien durchlaufen wird, da das Praktikum ein Jahr dauert, und jedes Stadium muss man genießen. Sei dieses geprägt durch Ekstase, Freude, Angst, Traurigkeit. All dies bedeutet eine bereichernde und lehrreiche Erfahrung.

Um Kritik an der Organisation zu üben: Für uns als erste Gruppe dieses Programms gibt es viele Dinge, die nicht so gut durchdacht waren, wie zum Beispiel die Beantragung des Visas. Es wurde nicht berücksichtigt, wie viel Zeit es braucht, das Visum von Argentinien aus zu beantragen und welche Anforderungen gestellt werden. Die Planung und Struktur des Sprachkurses müsste man auch verbessern und der Kontakt mit der Gastfamilie sollte frühmöglichst hergestellt werden, um so schnell eine Beziehung aufbauen zu können.

Der nächsten Gruppe müsste man die Aufgabenbereiche besser und detaillerter erklären, um so falsche Hoffnungen auszuräumen und den größtmöglichen Nutzen aus dem Programm zu ziehen.

Meine Schlussfolgerung ist, dass dies einzigartig und wundervoll ist hinsichtlich der persönlichen Entwicklung, nicht nur der beruflichen. Voller Emotionen und unterschiedlicher Erlebnisse jeden Tag. Ehrlich gesagt, ist es eine Möglichkeit, die mir das Leben bot und für die ich mich jederzeit wieder entscheiden würde.

Gimena

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Ansprechpartner

Manuela Kix
Personalabteilung für das Augustenstift zu Schwerin & die
SOZIUS Pflege- und Betreuungsdienste Schwerin gGmbH
Wismarsche Straße 298
19055 Schwerin

Telefon in Deutschland:   +49 (385) 30 30 859

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